29. März - Fünfter Sonntag der Passionszeit - Judica

 

Wochenspruch: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Matthäus 20,28

 

Evangelium: Markus 10,35-45:

 

35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden.

 

36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?

 

37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.

 

38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?

 

39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;

 

40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

 

41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.

 

42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.

 

43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein;

 

44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.

 

45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

 

Predigttext Hebräer 13,12-14: 

12 Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 

13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 

14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Gedanken zum Predigttext

Der Ort, zu dem wir uns aufmachen sollen, ist DRAUSSEN VOR DEM TOR. Dort draussen leidet Jesus. Dorthin sollen wir ihm folgen.

Wie passend, dass wir an einem Sonntag, an dem wir nicht zum Gottesdienst zusammenkommen können, daran erinnert werden, dass Jesus in die Welt hinaus gegangen ist. 

Wenn wir ihm nachfolgen erleben wir wie er: Gewalt, Angst, Verrat und Hilflosigkeit, aber auch: Liebe, Freundschaft, Hoffnung und Vertrauen. 

In diesen Tagen, in denen wir in einer beängstigenden Weise auf uns selbst zurückgeworfen sind, erleben wir das in besonderer Weise. Wir erleben, dass eine Krankheit unser aller Leben bedroht und unsere ganze Gesellschaft in einen Ausnahmezustand versetzt. Hilflos bleibt den meisten von uns nichts anderes, als zu Hause zu bleiben, obwohl Gemeinschaft und Austausch gerade jetzt gut täten.

 

Doch diese Erfahrung verbindet uns auch. Nachbarn klingeln und fragen, ob sie etwas einkaufen sollen. Verwandte, die sich sonst nur zu Weihnachten melden, fragen nach, wie es mir geht. Die Kassiererin, der Briefträger, die Sprechstundenhilfe wünschen: „Bleiben Sie gesund!“

Wir sind mit Jesus draussen vor dem Tor, den Widrigkeiten der Welt ausgesetzt. Doch unser Horizont ist weiter - Gott sei Dank! Wir suchen nach der zukünftigen Stadt, in deren Mauern wir einen sicheren Ort haben, der schon jetzt unsere Zuflucht ist.

Darauf hoffen wir und darin finden wir auch heute Halt und Zuversicht.

Lassen Sie uns daran festhalten im Gebet - allein, miteinander, füreinander.